Wie ich das Jumbofahren für mich entdeckte

Von Jürgen Poscher

Im Sommer 2009 habe ich eine KR25HM in Einzelteilen gekauft um daraus eine Solomaschine als Schwesterfahrzeug herzurichten. Die Restauration zog sich ca. 1 Jahr hin und meine Tochter hat mich dabei mächtig unterstützt. Obwohl die Maschine quasi komplett war, benötigte ich doch noch das ein oder andere Teil und schon findet man im Internet die tollsten Sachen. So wurde da eine KR35SN angeboten. Die wollte ich doch schon immer haben! Ich habe sie dann nach einigen hin und her gekauft und nun hatte ich ein Motorrad zu viel. Die KR25HM habe ich dann zum Verkauf angeboten und recht schnell interessierte sich ein Mann dafür. Wir sind uns preislich jedoch nicht einig geworden. Beiläufig erzählte er von seinem behinderten Sohn und ich zeigte ihm mein KR25 Gespann. Vielleicht konnte er aus der KR25HM auch ein Gespann bauen? Wir sind uns nicht mehr einig geworden aber bei mir poppte das Thema Jumbofahrten auf. Ich hatte doch vor Jahren darüber etwas gelesen. Ich habe dann im Internet eine Kontaktadresse aus dem Raum Kassel entdeckt, eine Mail dahin geschrieben und Interesse an deren Veranstaltungen bekundet. Zeitnah kam eine Einladung zur nächsten Jumbofahrt die ich dankend annahm. Die KR25HM hatte ich nun schon einige Monate Solo gefahren und nun reifte die Idee den Stolz-Beiwagen an die HM zu bauen und die KR25 zu einem Lastenbeiwagen umzubauen.

Schließlich hat die HM etwas mehr Leistung und die Bremsen sind auch etwas besser. Die Betonung liegt auf etwas. Ich habe dann mal schnell neue Anbauteile gefertigt und den Rahmen umlackiert. Nun stand meiner ersten Jumbofahrt nichts mehr im Wege. Meine erste Fahrt habe ich mit einem nicht behinderten Kind unternommen, der Junge gehörte zum Kreis der Veranstalter was für mich auch erstmal OK war. Die letzten Meter zum Parkplatz musste ich allerdings schieben, die Zündspule (Neuware MZ) hatte versagt. (Hinweise: Die nächste neue Zündspulespule versagte auch, allerdings erst 3 Jahre später. Also Finger weg, für 25 Euro gibt es nur Schrott)

Carina im Regen

Auf dem Gespann Treffen in Hessisch Lichtenau bei Kassel habe ich dann viele nette Leute kennen gelernt auch aus meiner Region. Die berichteten mir, dass es ähnliche Veranstaltungen auch in Nordrhein-Westfalen gibt. Die habe ich dann auf den darauffolgenden Monaten besucht und immer mehr Gefallen an dieser Art von Veranstaltung gefunden. Nicht alle Veranstaltungen werden groß beworben, mache Veranstaltung werden bewusst klein gehalten um den organisatorischen Aufwand gering zu halten. Es gibt allerdings auch einige große Veranstaltung in NRW wie Sonsbike und die Oberbergische Ausfahrt. Die Mega Veranstaltung im Raum NRW findet jedoch im benachbarten Holland in Venlo statt. Die nennt sich MA-RUN da sind über 200 Fahrzeuge am Start. Die Veranstaltung ähnelt einem Volksfest. Die Bevölkerung steht am Straßenrand und jubelt, die ein oder andere Kapelle begrüßt den Konvoi bei der Ortsdurchfahrt mit einem Ständchen und die Polizei sperrt auch schon mal die Autobahn ab, damit der Konvoi zügig voran kommt. So habe ich es schon mal in Arnheim beim Jumborun erlebt. Die Gespannfahrer verbringen in vielen Fällen ein gemeinsames Wochende mit behinderten Menschen. Manche kommen aber auch nur zur Ausfahrt. Begleitet wird die Veranstaltung mit einer Party mit Live Musik, Barbeque, geistigen Getränken und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch. So kann man gemeinsam mit behinderten Menschen und Gespannfreunden ein ganz unterhaltsames Wochenende verbringen.

Jürgen Poscher

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