Motorrad-Oldie-Maiausfahrt vom Motorrad-Veteranen-Stammtisch Gensingen

Wer die Walpurgisnacht unbeschadet überstanden hatte und nicht von Hexen oder anderen üblen Geistern bis in den frühen Morgen gequält wurde, konnte am 1. Mai an einer Ausfahrt vom Veteranen Stammtisch Gensingen teilnehmen.

Bereits zum 31. mal organisierten die Gensinger ihre Ausfahrt, da kann man getrost von traditionell sprechen. Gensingen findet sich im Naheland, ganz in der Nähe vom schönen Rhein, ungefähr zwischen Ingelheim und Bad Kreuznach.Wir sind um 7.45 h in Miehlen gestartet, wobei nicht die Uhrzeit an diesem Feiertag für uns die Crux darstellte, sondern der Blick aufs Thermometer: 7 satte Plus-Grade – mehr war auf der Quecksilbersäule nicht drin! Da haben wir nochmal die gefütterten Winterhandschuhe rausgeholt. Bis nach Kaub und dann am Rhein entlang waren wir gegen 9 h am vereinbarten Treffpunkt mit den Rheingauern an der Fähre in Oestrich-Winkel. Bis dahin hatten wir die ersten 50 km schon abgespult und uns das erstmal für den Tag durchgefroren.

Wir, das sind meine Frau Renate und ich, beide mit Victoria-Pionier unterwegs, Renate mit ihrem Gespann von 1938 und ich mit der 1939er im Originalzustand bis auf die Auspuffanlage. die ist mir zwei Tage vorher zerbröselt, das Blech der Schalldämpfer war so dünn wie Papier,da war leider nix mehr zu machen. Da unsere Victorias gefahren werden und nicht in der Ecke rumstehen muss das Material halten, da bringt es nichts auf Optik zu basteln, das muss funktionieren. Irgendwann geht eben alles materielle mal den Weg des irdischen.

Wie praktisch so ein Gespann ist kann man wieder erleben wenn man/frau die Thermoskanne mit Tasse aus dem Seitenwagen holt und während der Wartezeit auf die Rheinfähre der Kaffee von innen langsam den Körper aufwärmt – eine Wohltat. Die ersten Motorräder sammelten sich auf der Fähre, alle haben das gleiche Ziel, und dann geht es weiter zum eigentlich Startpunkt der Ausfahrt auf dem Parkplatz vom Handelshof in Gensingen. In der Sonne wird es langsam angenehmer aber von warm kann immer noch keine Rede sein.

Gezählt habe ich die versammelten Zweiräder nicht, aber es müssten so um die 80 – 90 gewesen sein. Das Spektrum reichte von einer 1926er Rudge bis zur Guzzi aus Anfang der 1980er Jahre.

Vorkriegs NSU OSL sind gleich fünf mal vertreten, 600er Horex, Vincent Comet, Puch, Maico, BMW-Gespanne und -Solo, dazu ein bunter Mix von britischen und italienischen Marken.

 

 

 

Die Gruppen von jeweils ca. 10 – 15 Fahrzeugen sollen sich selbst zusammen finden, was auch einigermaßen funktionierte.Die schnellsten Gruppen machten sich als erste auf die Reise zu einer Ausfahrt von ca. 120 km, damit das Feld nicht von hinten aufgerollt wird.Unser Vorausfahrer fährt eine Harley aus den 1940er Jahren, seine Ansage ist ein Schnitt von 60 – 70 km/h, das passte für uns. Das Gas ist rechts und man/frau muss ordentlich am Kabel ziehen um den Schnitt zu halten.

Landschaftlich wunderschön bis in den Hunrück hinein mit herrlichem Ausblick aufs Simmerbachtal bei einer kurzen Pinkelpause. Ausgedehnte Pausen sind nicht vorgesehen, Essen und Getränke gibt es am Ziel und die meisten Teilnehmer haben wohl schon ihre Bratwurst vor Augen,denn gegen Ende der Fahrt wird das Tempo immer flotter.

Bei der letzten Pause sind wir mit dem Vorausfahrer noch so ziemlich die einzigen von der gestarteten Gruppe, alle anderen waren neu dazugekommenen, andere dafür verschwunden – wohin auch immer.

Da fahren wir am Ende zusammen mit 3-Zylinder-2-Takt Kawa, Guzzi Le Mans und anderen 70er-Jahre Mopeds und haben die Victoria-Ehre verteidigt. Besenwagen gibt es keinen, wer ausfällt musste selbst klar kommen. Apropos ausfallen – außer einer verlustig gegangenen 6er Mutter am Kupplungshebel ca. 10 Meter vor unserer Hofeinfahrt zuhause war nichts erwähnenswertes passiert. Da kann man gerne wieder mal den Slogan aus der Victoria-Werbung zitieren:

„Mit meiner Victoria gehört mir die Welt!“

Am Ende der Tour hatten wir runde 250 Kilometer zurückgelegt die Spaß gemacht haben – auch mit Wintertemperaturen bei der Fahrt in den Mai.

Manni Sprenger

 

Weblink zur Ausfahrt: https://mvsg.jimdo.com

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