Freitag, der 31.07.2026 – Mission: Oldtimer-Treffen
Die Sonne strahlte mit mir um die Wette, als ich am Freitag endlich ankam. Mein fahrbarer Untersatz für dieses Jahr: Die legendäre Victoria FM38 im NSU-Kleid – das absolut beste Gerät auf dem Platz, wenn man mich fragt! Bei uns Victorianern zählt eben noch die echte Liebe zum alten Blech und nicht dieses typische Marken-Säbelrasseln, das man sonst so oft ertragen muss. Also: Im Hotel eingecheckt (Man gönnt sich ja sonst nichts) und das Prachtstück direkt zum Treffenplatz pilotiert.
Kaum angekommen, mutierte ich zum Camping-Architekten auf der frisch gemähten Wiese. Platz gab es im Überfluss, und das Wichtigste: Strom! Der treue Mini-Kühlschrank ging sofort in den Überlebensmodus über und startete die Kühlung. Pavillon hochgezogen (Schatten wird völlig überbewertet, ist aber gut für den Teint), Stehtisch ausgeklappt und – Zisch! – das erste Bierchen war erfolgreich aufgeploppt. Nach und nach rollten immer mehr wunderschöne Victorias auf eigener Achse an, dicht gefolgt von weiteren Campern. Höchste Zeit für die obligatorische Kontrollrunde über den Platz!
Man kennt sich ja mittlerweile – mindestens vom Sehen und vom Fachsimpeln. Das Wetter hielt, was die App versprach, und es wurde einmal quer durch die Republik geschnackt. Vom hohen Norden bis zum tiefsten Süden, von West nach Ost: Das große Einrudeln war in vollem Gange.
Doch die Idylle trog. Plötzlich schob sich eine bedrohliche, dunkle Wolke vor die Sonne, die sich in Rekordzeit zu einem waschechten Mini-Wirbelsturm aufplusterte. Ab jetzt hieß es: Action! Im Sprinttempo haben wir das Dach meines nagelneuen Pavillons gerettet, bevor es abheben konnte. Direkt danach ging es im Rettungsflug rüber zu Stefan, um seine fliegende Festung zu erden. Familie Mayer riss ebenfalls panisch ihren Schattenschutz ab und evakuierte die Kinder ins bombensichere Campingmobil. Zu siebt warfen wir uns schließlich heldenhaft in den Kampf, um das Müller-Milch-Zelt vor dem Orbit zu bewahren. Das gelang uns zwar halbwegs, aber ein Design-Award gewinnt die Hütte nicht mehr. Und so richtig regenfest? Sagen wir mal: Es ist jetzt gut belüftet.
Praktischerweise sparte der anschließende Platzregen uns auch direkt den Gang zu den Sanitäranlagen – die Dusche gab es gratis von oben. Aber so schnell, wie das Unwetter über uns hergefallen war, verzog es sich zum Glück auch wieder. Also hieß es erst einmal: Klamotten auf die Leine! Bis auf ein paar Kollateralschäden wie gebrochene Zeltstangen und die klassische Flucht von der einen oder anderen Schildmütze und T-Shirts sind wir alle glücklicherweise mit dem Schrecken davongekommen.
Am Abend versammelte sich die Truppe in der lokalen Wirtschaft. Die Küche zauberte uns verdammt gute Salate, Pizza und Pasta, um die verbrannten Sturmkampf-Kalorien wieder reinzuholen. Und wie es sich für ein zünftiges Treffen in Bayern gehört, kam das Bier standesgemäß direkt in der Flasche auf den Tisch.
Das absolute Highlight des Abends: Zwei ältere Herren aus unserer Runde stellten fest, dass sie sich nach sage und schreibe 70 Jahren hier wiedergetroffen haben! Die beiden nutzten den Abend ausgiebig, um alte Kindheitserinnerungen aufleben zu lassen.
Für mich ging es danach langsam zurück Richtung Hotel. Am Hotel lief ich noch Uwe und Torsten in die Arme, was natürlich die perfekte Ausrede für einen kleinen, gemütlichen Absacker war.
Schön war’s! Mal sehen, was der Samstag noch so alles für Überraschungen bereithält.
Stefan
