Only for Man – Victoria auf der Isle of Man

Bevor ich Manfred E. Sprenger das Wort gebe:

Man(n) muss schon ein Habersetzter oder ein Sprenger sein um auf die Idee zu kommen mit einer Bergmeister, KR26  oder sonstigen Oldtimer zur Isle of Man zu fahren. In meiner Jugend und mit Japanischen Jogurt-Bechern (die mich nie in Stich gelassen haben, wenn dann habe ich sie immer geschrottet!) wollte ich immer zur Isle of Man. Als ich das im Info Heft gelesen habe dachte ich: „Mensch, die spinnen. Geil“

Aber eigentlich meldete sich da in der linken Brusthälfte so ein Pochen, so ein Gefühl das meinte: Komm, lass mal den Alltag. Mach es doch einfach. Na ja, es ist aber gar nicht so einfach etwas zu machen oder einfach mal unvernünftig zu sein – und mal ehrlich: Entweder ich bin ein Spießer geworden oder es kommt einen eben beim ersten Gedanken nur so vor das sie Spinnen. Ich habe die Story verschlungen und ich bin mir sicher das es Euch auch so geht. Manni wird Euch die Geschichte von den „Victoria meets Isle of Man“ hier in 10 Abschnitten präsentieren.

Ich weiss was ich vor meinen Lebensende machen will. Isle of Man . Mit meiner Bergmeister.

Stefan

3 legs / 2 wheels / 1 passion

Isle of Man Manx Grand Prix / VMCC Manx Rallye 2017

Eine Fortsetzungsgeschichte in 10 Episoden von Manni Sprenger

Jede Geschichte hat einen Anfang. Der Anfang zu dieser Unternehmung, die im Laufe der Planung den Umfang einer kleinen Expedition annahm, wurde am Sonntagnachmittag, den 2. August 2015, am Victoria-Treffen in Miehlen geschrieben.

Das meiste war schon weggeräumt, die Helfer entspannt, alle freuten sich über das gelungene  Treffen, das tolle Wetter, die vielen Besucher und und und…. Wir hatten uns ein Schneider-Weizen verdient, das mit einem kleinen Imbiß in der Nachmittagssonne herrlich mundete.

Uwe Habersetzer ist mit Sohn Ole noch geblieben um noch zwei Tage länger Urlaub zu machen. Irgendwas lag in der Luft, weil mir schon seit Tagen der Gedanke an die Isle of Man nicht mehr aus dem Kopf ging. Zwei Jahre vorher war ich nach 17 Jahren Abstinenz (1996 mit der Pionier auf Achse zur Insel gefahren, siehe Victoria Info 2/1996) das fünfte Mal dort. Ohne Motorrad, mit drei zweiradverrückten Arbeitskollegen, mit Flugzeug und Mietwagen, weil es schnell gehen sollte.

Mit Uwe neben mir und nach ein paar weiteren Weizen ging es dann ganz schnell. Eine gemeinsame Moppedtour sollte wieder mal gemacht  werden. Die Planung ist nicht ganz so einfach, wenn man runde 580 km entfernt wohnt. „Wie wärs denn, wenn wir mit den Victorias zur Isle of Man fahren? Wir fragen unsere Jungs ob die mitwollen und dann machen wir eine Vater-Sohn-Tour.“ Wir hatten ziemlich genau ein Jahr Zeit für die Vorbereitungen und das ist notwendig. Auf „der“ Insel sind die zwei größten Motorrad-Rennen, die Tourist Trophy kurz TT genannt im Juni, wird seit 1907 organsiert, und den Manx Grand Prix Ende August, der „erst“ seit 1923 regelmäßig veranstaltet wird. Da im Rahmen des Manx Grand Prix die Rennen der sogenannten Classic TT gefahren werden, also mit Motorrädern in allen Hubraumklassen bis zu den Baujahren Anfang der 80er Jahre, ist klar, dass wir auf jeden Fall zum MGP wollten.

Als die beste Ehefrau von allen das Projekt bewilligt hatte und die Jungs alle dabei waren (Kjell musste sich später ausklinken, weil der Termin außerhalb der Schulferien lag) war der Grundstein für die Vater-Sohn-Tour gelegt. Auf einer Feier einige Zeit später erzählte ich meinen Miehlener Kumpels, dass wir eine Isle of Man-Tour planen und sofort gingen die Finger hoch: Da würde ich gerne mitkommen! So kamen zu den zwei Transportern mit sechs Personen und sechs Motorrädern noch einmal zwei Transporter, vier Personen und vier Motorräder dazu. Altes Zweiradmaterial war Pflichtprogramm, warum, dazu später mehr. Das wir nicht auf Achse hinfahren wollten, war von Anfang an klar. Nicht, dass wir das unseren Moppeds nicht zugetraut hätten, aber auf zwei der eingeplanten Moppeds hätte man kein Gepäck verstauen können (Caferacer), ein paar Ersatzteile sollten auch mit, ein Pavillon, eine Biertischgarnitur, Gerstenkaltschale und und und….

Die endgültige Tour-Besetzung lautete wie folgt: Habersetzer`s: Uwe (KR25S), Nils (KR26), Ole (KR26), Sprenger`s: Manni (V35), Hendrik (V35 Caferacer), Ingmar (Aermacchi GT 350 Caferacer), Jörn Groß (Pionier), Kai Groß (Pionier), Andreas Klamp (BSA 650), Peter Meckel (NSU OSL Bj.37).

Bei der Organisation kam mir der letzte Besuch von vor drei Jahren zu Gute. Dadurch wusste ich was vor Ort aktuell so abgeht und die Frage der Unterkunft war auch schnell geklärt, nachdem ich auf den letzten Drücker (ein Jahr vorher!) auf der Farm, die ich bereits kannte, noch Bed & Breakfast und zwei „Cabins“ buchen konnte.

Im Oktober übernimmt Jörn die Fährbuchung von Heysham zur IOM, das größte Nadelöhr der ganzen Tour, früher kann dort leider nicht gebucht werden. Jörn nutzt die Telefonflatrate seiner Firma und bleibt über eine Stunde in der Warteschleife, bis er einen netten Mitarbeiter in der Leitung hat, der viel Zeit hat und alles für uns klar machen kann – das wäre geschafft!

In den zwei Wochen der TT bzw. MGP (jeweils eine Woche Training und eine Woche Rennen) wollen Zehntausende von Menschen zur Insel und wieder zurück gebracht werden, da stößt die Isle of Man Steampacket Company an ihre Grenzen. Die Buchung der Rotterdam-Hull-Fähre mit Kabine ist kein Problem, da gibt es erfahrungsgemäß keine Engpässe, die Fährschiffe sind größer und es gibt viele Möglichkeiten auf die Brexit-Insel zu kommen.

Im Frühjahr 2016 kümmere ich mich um die Nennungen zur VMCC (Vintage Motorcycle Club) Manx Rally. Es war von Anfang an ausgemachte Sache, dass wir uns dort einschreiben. Zuschauen ist eine Sache, mitfahren, dass ist es was den Reiz der Sache ausmacht. Als Sahnehäubchen wird an dem Sonntag zwischen der Trainings- und der Rennwoche auf dem Jurby-Airfield ein Demo-Lauf veranstaltet, bei dem sich sieben von uns anmelden.

Kostet extra Startgebühr, aber was soll`s – wenn schon, denn schon, wer weiß wann wir wieder mal herkommen. Eine Hürde gilt es noch zu nehmen, die Rally-Teilnahme und der Jurby-Start ist abhängig von der Mitgliedschaft im VMCC, aber die Motorrad-Kollegen von der Insel akzeptieren auch die Mitgliedschaft im deutschen VFV (Veteranen Fahrzeug Verband) und alles ist gut.

Kommentar: „VFV is quite similar to the VMCC, all is fine.“ MIt dieser Einstellung wäre der Brexit niemals gekommen. Irgendwann im Juni kommt endlich der ersehnte Brief von der Insel mit der Bestätigung der Rallyteilnahme und unseren Startnummern. Die Moppeds werden nochmal durchgecheckt, wir wollen uns dort keine Blöße geben und einen Ausfall riskieren.

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