Schottenring Grand-Prix zum 30igsten: Sturmey-Victoria KR 35 war dabei – Teil 1 von 3

Von Manni SprengerUnd dann rückte der Termin für den Lauf der DHM (Deutsche Historische Meisterschaft) auf dem Schottenring immer näher, die Nennung für unsere Aermacchi musste abgeschickt werden und was sonst noch so alles dafür zu erledigen ist neben den Vorbereitungen am Motorrad. Beim Durchwühlen der Website für die Online-Nennung stolpere ich plötzlich über das Nennformular der Antikklasse bis Baujahr 1930 die als Präsentationslauf aufgerufen wird. Ohne lange zu überlegen rufe ich Jörn an und schlage ihm vor, dass er unsere Sturmey-Victoria KR 35 Baujahr 1929 auf dem Schottenring fährt. Er überlegt nur ganz kurz, fragt noch wie das ablaufen soll, ich erkläre ihm wir fahren mit der Aermacchi sowieso hin und ob wir eines oder zwei Motorräder einladen ist egal, Platz im Hänger ist vorhanden. Wie wird gefahren? fragt er noch und ich sage nur, kein Rennen, viermal Präsentationslauf von 15 min, alle Vorbereitungen nehme ich in die Hand, hinkommen, draufsetzen und fahren. OK abgemacht – Jörn ist dabei!Erst die Arbeit dann das Vergnügen ist eigentlich ein dämlicher Spruch, diesmal traf er ins Schwarze. Die Sturmey-Victoria wurde das letzte mal vor ungefähr fünf Jahren bewegt und stand seitdem brav in der Ecke zwischen ihren Markengefährtinnen. Genau eine Woche vor Schotten wurde sie rausgeholt, alles durchgecheckt, Betriebsstoffe ein- und aufgefüllt, dreimal gekickt – läuft – Victoria eben.

Mittags kommt Jörn vorbei auf eine Probefahrt, Tankschaltung ist für ihn Neuland und er soll sich ja wenigstens etwas „einfahren“, also Rotes-Kennzeichen aufgesteckt und runde 20 Kilometer um die Ecken gefahren – läuft wunderbar. Am nächsten Tag überprüfe ich nochmal die Kupplung. Ich bin mir nicht mehr sicher welche Übersetzung montiert ist und checke das nochmal – Soloübersetzung – bestens – etwas länger wäre für Schotten besser, habe aber kein Motorritzel für eine längere Übersetzung, also muss es auch damit gehen.

Es wäre echt sinnvoll wenn man sich sowas aufschreibt, sozusagen ein Tagebuch führt. Darüber muss ich mal nachdenken…

Donnerstagabend wird lange gepackt, bis alles im Hänger verladen ist und Freitagmorgen starte ich mit meinem Boxenhelfer Rudi – ohne den geht nichts, alleine rumwurschteln bringt nix und macht auch keinen Spaß, da war ich froh, dass Rudi zugesagt hat mitzufahren. Wir starten nach Schotten und unterwegs unterhalten wir uns belanglos darüber was Rudi als gelernter Vulkaniseur-Meister so dazu meint, wie oft man die Reifen am Hänger runterwerfen sollte, da klopft beim Ampelstopp in Limburg jemand an unsere Scheibe vom VW-Bus: Sie haben einen Platten am Hänger. Na super, wir sind erst 40 Kilometer gefahren, haben aber, wie es sich gehört, einen Reserverad dabei.

In Schotten angekommen, ohne in einer Radarkontrolle geblitzt zu werden ist schon mal Klasse. Bei den hessischen Wegelagerern steht an jeder Ecke eine Blitze-Kiste, das nennt man modernes Raubrittertum.

Das Wiesen-Fahrerlager (bei Regenwetter eine Katastrophe) wurde verlegt, etwa 400 m sind es jetzt bis zum Start und wir haben glücklicherweise die Simme (Simson S51) von meinen Jungs mitgenommen, damit wir mobiler sind und schnell mal hin-und herfahren können. Nach vielen Regenjahren ist endlich wieder mal Sonne pur angesagt.

Rudi und ich erledigen schonmal die Technische Abnahme und erfahren dass auch für die Antikklasse ein Startnummernschild verlangt wird. Kurzer Anruf zuhause, bitte zwei weiße Eimerdeckel mitbringen, der Rest wird improvisiert.

Abends trifft der Rest unserer Truppe ein, Jörn mit Marco und Consti.

Weiter in Teil 2

 

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