{"id":1066,"date":"2017-08-17T06:50:36","date_gmt":"2017-08-17T06:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/victoria-ig.de\/?page_id=1066"},"modified":"2017-08-17T06:50:36","modified_gmt":"2017-08-17T06:50:36","slug":"24-mal-victoria-treffen-im-zeitraffer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/victoria-ig.de\/?page_id=1066","title":{"rendered":"24 mal Victoria-Treffen im Zeitraffer"},"content":{"rendered":"<p>Victorianer gemeinsam unterwegs \u2013<\/p>\n<p>kreuz und quer durch die BRD und in die Schweiz<\/p>\n<h2>24 mal Victoria-Treffen im Zeitraffer<\/h2>\n<p>Manfred E. Sprenger<\/p>\n<p>Verdammt lang her \u2013 singt Wolfgang Niedecken, der Frontmann von BAP. Verdammt lang her, das erste Treffen. Um es gleich vorweg zu sagen: ich war nicht dabei. Anno Domini 1989 hatte ich wichtigeres zu tun, da wurde unsere Tochter geboren und sie wurde nicht auf den Namen Victoria getauft. Das wollten wir nachholen als unsere Zwillinge im Sommer 1997 das Licht der Welt erblickten, das war in dem Jahr, als das Treffen in Clausthal-Zellerfeld stattfand und ich doppelte Gr\u00fcnde hatte, dieser Veranstaltung fern zu bleiben. Als wir die beiden Jungs in den Armen hielten, hatte sich das mit der Victoria auch erledigt, unsere Familienplanung war mit vier Kindern abgeschlossen, das sozialpolitische Soll hatten wir bereits \u00fcber die Norm erf\u00fcllt. Victor klingt jetzt nicht wirklich toll und die Siegesg\u00f6ttin ist und bleibt eben weiblich. Wer jetzt mitgez\u00e4hlt hat, das waren doch erst drei Kinder, aber einer unserer Jungs kam nicht im Sommer zur Welt und in besagtem Jahr `92 hatte ich freie Fahrt.<\/p>\n<p>Anno 2007 (Lilienthal) war zum Treffenwochenende Familienurlaub angesagt. Die beste Victoria-Gepann-selbstfahrende Ehefrau von allen intervenierte: es muss auch mal ein Jahr m\u00f6glich sein, den Sommerurlaub ohne den Treffentermin zu planen \u2013 dem war nichts entgegenzusetzen. Bei dem Victoria-Potential, das meine Frau ertr\u00e4gt, war das ein mehr als fairer Kompromiss.<\/p>\n<p>Von den 24 bisherigen Treffen habe ich ergo \u201enur\u201c 21 besucht. Das 25. steht dieses Jahr auf dem Plan, das werden wir uns (die beste Victoria-Gepann-selbstfahrende Ehefrau von allen und der V35-\/35S-\/Pionier-Typreferent) so Gott will, auf keinen Fall entgehen lassen. Die Zeiten \u00e4ndern sich, fr\u00fcher waren die Kinder mit Spa\u00df dabei, heute f\u00e4hrt der Hund mit \u2013 es k\u00f6nnte ja mal die ein oder andere Bratwurst\u00a0\u00a0 vom Tisch fallen.<\/p>\n<p>Genug der Vorrede, ich wollte etwas zu den Treffen erz\u00e4hlen, die ich besuchen konnte. Also los geht`s \u2013 starten wir in Idar-Oberstein beim 2. Victoria-Treffen. Wir schreiben das Jahr <strong>1990<\/strong>; ich hatte nach l\u00e4ngerer Victoria-Pause eine sch\u00f6ne, original erhaltene 25 HM gekauft und machte mich mit Zelt, Schlafsack und Isomatte bepackt \u00fcber den Hunsr\u00fcck auf den Weg an die Nahe. Das waren l\u00e4ssige 130 Kilometer, was ist das schon f\u00fcr eine Victoria im besten Alter. Eine pers\u00f6nliche Einladung hatte ich bekommen, weil ich schon vor einem Jahr mit Thomas Hey`l, dem Initiator in Kontakt stand. Eine schriftliche Anmeldung wurde von Christian Wild verlangt, wegen einer nicht n\u00e4her definierten Portion Spie\u00dfbraten. Die gr\u00f6\u00dfte logistische H\u00fcrde vor Ort (auch bei den n\u00e4chsten beiden Treffen) war die Absprache des Getr\u00e4nkeverkaufs mit dem P\u00e4chter der Schlossgastst\u00e4tte (immer \u00c4rger wegen der Konkurrenz) und die Anlieferung des ber\u00fchmten (mit 25 DM exclusiv kostspieligen) Idar-Obersteiner Spie\u00dfbratens.<\/p>\n<p>Das Treffen begann offiziell um 9 Uhr am Samstagmorgen und endete mit Ansage (!) nach dem Spie\u00dfbratenessen, das um 19.00 Uhr begann. Dazwischen fand noch eine Ausfahrt statt, f\u00fcr die 15 DM zu zahlen waren. Als Gegenleistung bekam man daf\u00fcr eine Eintrittskarte f\u00fcr eine unterwegs besuchte Sehensw\u00fcrdigkeit, der Rest war laut Veranstalter f\u00fcr, so w\u00f6rtlich \u201eMaterial zur Durchf\u00fchrung der Ausfahrt\u201d(?), wof\u00fcr auch immer das sein sollte. Soviel zum offiziellen Teil.<\/p>\n<p>Eine wichtige Pers\u00f6nlichkeit, die von Anfang an dabei war: Ernst W\u00fcstenhagen (?12.10.2002), Parilla-Spezialist und ehemaliger Mitarbeiter im Victoria-Konstruktionsb\u00fcro. Es war eine Freude sich mit diesem Mann zu unterhalten, er verf\u00fcgte \u00fcber ein enormes technisches Wissen. \u201eW\u00fc-Ha\u201c, wie ihn die meisten nannten, hatte seinen gesammelten Adressbestand an Parilla-Besitzern in die neu gegr\u00fcndete IG eingebracht, war also sozusagen ein ma\u00dfgeblicher Geburtshelfer. Dort traf man auch einen gewissen Kay Gr\u00fcnberg (heute Rauen), Edgar K\u00f6hnke war schon dabei, Uli Flury und Klaus Riedesser, Wolfgang Habich , um nur einige Namen zu nennen, die noch heute in der IG aktiv sind.<\/p>\n<p>Der inoffizielle Teil des Treffens endete bei intensiven Benzingespr\u00e4chen und einem Kasten Kirner sp\u00e4t in der Nacht auf einer Wiese oberhalb des Schlossberges, die kurzerhand als Zeltplatz benutzt wurde, sanit\u00e4re Einrichtungen suchte man dort vergeblich.<\/p>\n<p>Das eigentlich Spannende an dem Treffen war, dass dort tats\u00e4chlich mehrere Victorias zu sehen waren, es sollen um die 40 St\u00fcck gewesen sein \u2013 unglaublich! Man traf dort Menschen, die genauso verr\u00fcckt auf Zweir\u00e4der mit der Siegesg\u00f6ttin im Emblem waren wie man selbst. Bei der Ankunft kannte man niemanden \u2013 bei der Abfahrt alle. Es war eben noch sehr \u00fcberschaubar. Das sollte sich bald \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Nach Idar-Oberstein und damit vier Jahren in Folge gab es nie mehr Spie\u00dfbraten (wer w\u00fcrde wieder mal probieren?), damit war auch keine Anmeldung mehr notwendig und ebenfalls keine dubiosen Nenngelder f\u00fcr die Ausfahrt.<\/p>\n<p>Bei dem letzten I-O-Treffen <strong>1992<\/strong> tauchte ein gewisser Sepp Luber auf, seines Zeichens F\u00fcrther (geografisch direkt neben N\u00fcrnberg zu finden) und machte den Vorschlag, doch zur Abwechslung mal ein Treffen in der Victoria-Heimat zu organisieren. Damit war Idee geboren, an einem wechselnen Ort in der BRD das Treffen zu organisieren. Das ist bis heute so beibehalten worden und sozusagen ein Markenzeichen dieser Veranstaltung.<\/p>\n<p><strong>1993<\/strong> war ein Quantensprung in der Treffengeschichte: famili\u00e4res Treffen am Freitagabend in Lubers Garten, Samstag traf sich die Victoria-Gemeinde am neu geschaffenen N\u00fcrnberger Museum Industriekultur mit gro\u00dfer Zweiradabteilung der N\u00fcrnberger Marken. Hier lernte man \u201eechte\u201c Victorianer aus Fleisch und Blut kennen, Menschen, die noch im Werk gearbeitet haben, z.B. G\u00fcnter Illner, die Legenden Georg Dotterweich und Rudi Ebert, Hans Best und Helmut Radke waren dort, Victoria-Zweir\u00e4der waren zu sehen, die man bisher nur aus der Literatur kannte \u2013Wouw \u2013 es war eine echte victorianische Bewu\u00dftseinserweiterung!<\/p>\n<p><strong>1994<\/strong> ging es in den S\u00fcden der BRD. Uli Flury und Klaus Riedesser luden ein auf einen Freiburger Campingplatz mit Badesee, relaxte Atmosph\u00e4re, reichlich Andrang, gestresste Organisatoren und ein Christian Wild, der wie wild an seiner Swing gebastelt hat. Da Renate und ich nur Freitag vor Ort waren, kann ich zu dem Samstagprogramm keine Erl\u00e4uterungen geben.<\/p>\n<p>Dann war Miehlen <strong>1995<\/strong> an der Reihe. Die beste Victoria-Gepann-selbstfahrende Ehefrau von allen sagte, das bekommen wir hin und schon lief die Organisationsmaschine. An einer\u00a0 gr\u00f6\u00dferen Blockh\u00fctte, die von den Eingeborenen in grauer Vorzeit scherzhaft zur \u201eStadthalle\u201c erkl\u00e4rt wurde, fand das Treffen statt. Das Wetter war eine Herausforderung, Sonnenschein fl\u00fcssig satt! Alle Miehlener Veteranen-Freunde packten mit an und wir k\u00f6nnen mit Fug und Recht behaupten, das erste Treffen mit Rundum-Versorgung in Eigenleistung auf die Beine gestellt zu haben, es wurde Gegrilltes und Fa\u00dfbier angeboten, Lagerfeuer gemacht (der Regen konnte es nicht ausl\u00f6schen), von Rudi Ebert kommentierte Dias (die J\u00fcngernen wissen nicht mehr was das ist) aus der Victoria-Historie gezeigt. Rudi brachte mit einer Showeinlage auf der Pionier eines Besuchers die Besucher zum Staunen. Der kostenlose Zeltplatz direkt am Treffenplatz mit Toiletten (die zwischendurch mal verstopft waren), neue Victorianer tauchten das erste Mal aus dem Nirwana auf und wurden Freunde: Helmut Hahn, Len Thesing, Peter Keller, Michael Przibilski \u2013 es war der victorianische Wahnsinn und wir am Sonntagabend vollkommen fix und fertig \u2013\u00a0 die \u00dcberdosis Adrenalin wirkte noch lange nach.<\/p>\n<p><strong>1996<\/strong> war eine Erfahrung in Kilometerfressen quer durch die inzwischen nach Osten erweiterte Republik \u2013 unfassbar gro\u00df war Deutschland geworden! Prizi lud ein nach Warin bei Rostock. Er war bei uns auf dem Treffen, wir wollten ihm unsere Anerkennung zollen und machten uns auf den Weg in den Nordosten (mit Victoria auf dem H\u00e4nger).<\/p>\n<p>Die Freiburger Aero-Treiber nahmen die Strecke unter die R\u00e4der und haben sich damit f\u00fcr ewig in die Annalen der Victoria-Treffengeschichte eingeschrieben als unschlagbare Kilometerfresser. Das Wetter war nicht so toll, der Sonnerschein wieder fl\u00fcssig.<\/p>\n<p>Die Innovation zu fortgeschrittener Stunde war eine Runde V`s trinken \u2013 wer dabei war, hat es nicht vergessen. Lars Hj\u00e4lmberg reiste mit seiner KR 35 Sturmey Archer aus Schweden an, es war eine von 5 (!) die dort auftauchten. Das Publikum konnte eine \u201eFahrmeister\u201c in Aktion erleben, Lorenz Wandrowski f\u00fchrte sie vor.<\/p>\n<p>Wir machen einen Sprung zum <strong>1998<\/strong> Treffen in Dauborn, wie im Vorspann erl\u00e4utert kann ich zu Clausthal-Zellerfeld `97 keine Einzelheiten beisteuern. Dauborn beim Gastwirt Andreas Harder (? 1.9.2010) im sch\u00f6nen Hessenland hat in meiner Erinnerung vier Ereignisse hinterlassen:<\/p>\n<p>Ein F\u00fchrungswechsel in der IG stand bevor. Christian Wild stellte nach 10 Jahren seine Position als Vorsitzender zur Verf\u00fcgung und Kay Rauen wurde neuer Vorsitzender der IG.<\/p>\n<p>Es wurde beschlossen, dass eine originale Victoria-Pressemappe von 1926 aus IG-Mitteln gekauft wird, die uns angeboten wurde.<\/p>\n<p>Ich habe Uwe Habersetzer und seine Frau Karin kennengelernt, seitdem haben wir wertvolle und unterhaltsame (aber immer noch viel zu wenige) Stunden miteinander verbracht.<\/p>\n<p>Und \u201elast-not-least\u201d der Gag mit der mobilen Dusche ohne Wasseranschluss. Der arme Uli Flury wollte sich eine Dusche g\u00f6nnen, kam aber unverrichteter Dinge wieder aus dem provisorischen Verschlag heraus als er feststellte, dass der Wasseranschluss einfach nicht existent war. Das war kein Spa\u00df, sondern bitterer Ernst, wenn man sich auf`s sprudelnde Nass freut, und das kam in Dauborn ausnahmsweise einmal nicht vom Himmel.<\/p>\n<p><strong>1999<\/strong> waren wir wieder in der Victoria-Heimat angekommen, genauer in der Fr\u00e4nkischen Schweiz in Seelig bei Waischenfeld. Ein ganzes Dorf (ca. 50 Einwohner) geh\u00f6rte unter der Leitung der Familie Bezold zur Helferschar. Bezolds hatten ihre Hallen auf dem Privatgel\u00e4nde zur Verf\u00fcgung gestellt, wer l\u00e4ndlich wohnt wei\u00df, dass es dort keine Platzprobleme gibt. Es war ein Riesenfest, drei Tage Sonne, neue Victorianer fanden den Weg nach Seelig, die Dotterweich-Schnittmotoren wurden \u00fcbergeben, es geschah so einiges, was nachhaltig auf die IG wirkte.<\/p>\n<p>Die Victorianer lernten das Dunkle Held-Br\u00e4u als Gerstensaft-Spezialit\u00e4t aus der Fr\u00e4nkischen kennen und sch\u00e4tzen; sp\u00e4ter wurde der Held Brauereigasthof in Oberailsfeld kurzerhand zum bundesweit zentralen Victoria-Stammlokal auserkoren. Familie Bezold hatte alles zum Wohl der G\u00e4ste aufgeboten, nicht nur f\u00fcr unsere holl\u00e4ndischen G\u00e4ste wurde eigens ein Schwein geschlachtet und als Kesselfleisch angeboten \u2013 lecker!<\/p>\n<p>Dann kam das Millenium-Treffen <strong>2000<\/strong> bei den Familien Hahn und Bischoff. Top Organisation, alles lief hervorragend, sogar das Wasser in Str\u00f6men vom Himmel. Die Besucher und die Gastgeber lie\u00dfen sich davon im Festzelt nicht die Laune verderben.<\/p>\n<p>Es kamen die ersten Besucher aus der Schweiz, namentlich Albert Frick und dessen Freundeskreis, die ab dato nicht nur zu unentwegten Besuchern des Treffens wurden, sondern 2011 selbst ein Victoria-Treffen organisierten, doch dazu sp\u00e4ter mehr. Die Hahnsche Neuauflage erfolgt in diesem Jahr, an der Organisation braucht es nichts zu verbessern, die Sonne w\u00fcrden alle begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Genug der Fahrten in den S\u00fcden der Republik, sagten sich die Norddeutschen und namentlich Familie Habersetzer lud <strong>2001<\/strong> nach Tangstedt bei Hamburg zum Treffen ein. Obwohl die Victoria-Dichte in Richtung Norden erfahrungsgem\u00e4\u00df abnimmt, war auf Treffen davon nichts zu sp\u00fcren, das machten die D\u00e4nen wieder wett, sie kamen in Scharen. Der Wettergott hatte ein Einsehen und verw\u00f6hnte uns mit Sonnenschein pur. Es war das bislang gr\u00f6\u00dfte zur Verf\u00fcgung stehende Treffengel\u00e4nde \u2013 man konnte sich ausdehnen und trat keinem auf die F\u00fc\u00dfe \u2013 Klasse! Bier-, Fisch-, Bratwurst- und Speiseeis-Verkaufsst\u00e4nde sorgten f\u00fcr Volksfeststimmung.<\/p>\n<p><strong>2002<\/strong> f\u00fchrte das Treffen wieder in den S\u00fcden zu Klaus B\u00e4cher nach Helmbrechts. Sein Gasthaus mit Umland war an diesem Wochenende ausschlie\u00dflich den Victorianern vorbehalten, wieder Sonne pur (kann das \u00fcberhaupt sein, fragten wir uns schon?), es wurde Pizza aus dem hauseigenen Steinofen serviert und alle f\u00fchlten sich wohl. Ein Victoria-Verr\u00fcckter namens Gerd Reiher tauchte auf und begl\u00fcckt die Victorianer seid dem auf jedem Treffen mit seltenen Victoria-Modellen aus seinem Fundus.\u00a0 Es lag etwas Aufregung in der Luft, zumindest f\u00fcr vier Besucher. Nur eine Woche nach dem Treffen starteten Uwe Habersetzer, Len Thesing, Peter Keller und Manfred Sprenger mit ihren Victorias zur Neuauflage von L\u00fcttich-Mailand-L\u00fcttich \u2013 es war noch viel zu tun.<\/p>\n<p>Das erste Treffen im Stadtbereich war mit einigen Einschr\u00e4nkungen verbunden, Gladbeck bei Recklinghausen, namentlich Martin Schumann erwartete uns <strong>2003<\/strong>. Wir waren verw\u00f6hnt, der jahrelange liebgewordenen Standard musste etwas runtergeschraubt werden. Der Zeltplatz war \u00fcberschaubar und mit strammen Fu\u00dfmarsch erreichbar, zum Grillen stand der Familien-Gartengrill bereit, Pizzen wurden per Telefon geordert. Laut Organisator waren keine Plakate und Presseank\u00fcndigungen notwendig, w\u00f6rtlich: der ganze Ruhrpott wei\u00df Bescheid. Warum die nicht kamen, die alle Bescheid wussten, konnte abschlie\u00dfend nicht aufgekl\u00e4rt werden, bei der enormen Bev\u00f6lkerungsdichte im Umland gibt es bestimmt noch den ein oder anderen Victoria-Fan. Eine Familienfeier im kleinen Kreis war auch wieder mal ganz sch\u00f6n. Die Lichtgestalt des Treffens kam in Person von Gerhard Klawunn, der f\u00fcr unterhaltsame Stunden sorgte, indem er von seinen Erlebnissen aus 250.000 Bergmeister-Kilometern berichtete \u2013 und alle sa\u00dfen mit offenem Mund am Tisch und lauschten den Worten des Propheten.<\/p>\n<p>Mammingerschwaigen bei Landau an der Isar wartete <strong>2004<\/strong> auf die Victorianer. Die KR 25-Treiber Stefan Reithmeier und Anton Perras hatten den \u00f6rtlichen Campingplatzbetreiber davon \u00fcberzeugt, dass wir harmlos sind und einfach nur gen\u00fcgend Auslauf ben\u00f6tigen. Der war vorhanden, auf dem Zeltplatz, f\u00fcr den Teilemarkt, auf dem Parkplatz und auf der Sonnenterrasse und an dem wundersch\u00f6nen Badesee mit Liegewiese. Letzere fanden besonders die weiblichen Begleiter sehr angenehm, das Wetter war ein Traum! Alles war gut und viele neue, vorher nicht gekannte Besucher kamen aus S\u00fcddeutschland.<\/p>\n<p>Nach 10 Jahren Erholungspause (die sollten gen\u00fcgen) waren die Mitte Deutschlands, w\u00f6rtlich die Miehlener Victoria-Sektion <strong>2005<\/strong> wieder aufgefordert, das Treffen zu organisieren. Die Blockh\u00fctte von damals sollte den Anspr\u00fcchen nicht mehr gen\u00fcgen. Ein fast niegelnagelneues B\u00fcrgerhaus am Ortsrand wurde zum Treffenplatz. Wir hatten gelernt wie mittlerweile ein Treffen funktionieren sollte und dank der mittlerweile vergr\u00f6\u00dferten Miehlener Motorrad-Oldtimer-Gruppe war die Helferschar gewachsen und freute sich auf die G\u00e4ste. Es gab Sonne und Platzregen, f\u00fcr jeden etwas.<\/p>\n<p>Als Leihgabe vom Museum Industriekultur brachte Sepp Luber die 1904er IIN 46 mit, die der heimliche Star des Treffens war. Zum Treffenort des V35-Typreferenten waren unglaubliche 24 Bergmeister gekommen \u2013 das gab es wohl seit 50 Jahren nicht mehr.<\/p>\n<p>Was soll ich noch sagen, bis 2015 sind schon wieder 10 Jahre vergangen und, so Gott will, die Miehlener wieder f\u00fcr ein Treffen bereit.<\/p>\n<p>Nach Sasbach am wundersch\u00f6nen Kaiserstuhl lud Manfred Dinger im Jahr <strong>2006<\/strong> ein. Dort erwartete uns Kaiserwetter, ein Dinger, der mit seiner Truppe alles im Griff und nebenbei einen Riesenspa\u00df hatte. Einmal im Leben ein Victoria-Treffen auf die Beine zu stellen war sein erkl\u00e4rtes Ziel und das hat er bravur\u00f6s gemeistert. Die Slowenen waren dort, Frankreich ist nebenan auf der anderen Rheinseite und wurde bei der Ausfahrt gestreift, Peter Keller fuhr die Strecke Sasbach-Oerlinghausen mit seiner V35 Non-Stop \u2013 alle Achtung.<\/p>\n<p>Von s\u00fcdlichen Rand der Republik ging es im n\u00e4chsten Jahr <strong>2007<\/strong> an den n\u00f6rdlichen Rand nach Lilienthal bei Bremen. Unser Moped-Spezialist Diethard Ludley wollte die Sache in die Hand nehmen. Eine One-Man-Show ist nicht einfach zu bewerkstelligen, auch nicht mit einem Gasthaus als Veranstaltungsort und vorhandener Wiese. Wie schon eingangs erw\u00e4hnt, war ich mit meiner Familie auf Fahrradtour im Fr\u00e4nkischen, somit weitab und nicht dazu in der Lage einen Bericht abzugeben.<\/p>\n<p><strong>2008<\/strong> wurde die Victoria-IG von Gerd Reiher nach Pfaffengr\u00fcn ins Vogtland eingeladen. Gerd ist den IG-lern bekannt f\u00fcr seine Sammlung von Victoria-Rarit\u00e4ten (KR 9 ist sein erkl\u00e4rtes Lieblingsprojekt). In dieser Sammlung fehlte seiner Meinung nach noch etwas: ein Victoria-Treffen! Das hatte er sich in diesem Jahr geg\u00f6nnt, von seiner Frau und vielen flei\u00dfigen Helfern unterst\u00fctzt. Tanzmusik (!), Traumwetter, tolle Ausfahrt, passendes Gel\u00e4nde, es war ein Treffen von dem jeder mit dem Gef\u00fchl nach Hause gefahren ist: Klasse!<\/p>\n<p>Mit N\u00fcrnberg im R\u00fccken als Standortvorteil kann man ein Treffen der Superlative abliefern. So geschehen und erlebt in Katzwang <strong>2009<\/strong>. Es gab bislang noch kein Treffen, bei dem mehr Victorias zu sehen waren \u2013 es waren weit \u00fcber Hundert \u2013 z\u00e4hlen war zwecklos, es war einfach unglaublich. Detailverliebt gaben die Koch-Familie und Helmut Segert alles, um ihre G\u00e4ste gl\u00fccklich zu machen und das haben sie mehr als \u00fcbererf\u00fcllt. Rudi Eberts Pokal-Sammlung und die Dotterweich FM 38-Weltrekordmaschine wurden vom Museum Industriekultur als Leihgaben ausgestellt. Es gab Held-Br\u00e4u vom Fass, Siegesg\u00f6ttinen-Wetter, gut gelaunte und gl\u00fcckliche Besucher \u2013 das kann man (leider) nicht mehr toppen. Ganz nebenbei \u00fcbernahm Edgar K\u00f6hnke noch den Vorsitz der Victoria-IG, aber das ging beinahe unter in dem Trubel der Ereignisse an diesem Wochenende.<\/p>\n<p>Nach 2001 hat <strong>2010<\/strong> Uwe Habersetzer mit Familie und Freundeskreis in Tangstadt zum zweiten Mal in den Norden eingeladen und es sollen die n\u00e4chsten Jahre noch weitere Wiederholungen folgen. Sch\u00f6n, wenn man wei\u00df was einen erwartet. Das haben bestimmt nicht wenige gedacht, die sich trotz der Entfernung (Deutschland kann so gro\u00df sein) aus dem S\u00fcden auf den Weg gemacht haben. Hier gab es ein Novum, das noch auf keinem Treffen zu erleben war. Uwe, Schlagzeuger in der Baer-Band, hatte seine Musiker-Kollegen zu einem kleinen Konzert \u00fcberredet, mit dem am fr\u00fchen Freitagabend das Treffen er\u00f6ffnet wurde. Die mit Abstand weiteste Anfahrt auf eigener Victoria-Achse hatten (wieder einmal) die Schweizer um Albert Frick, die, so ist es schon lange Tradition, hier f\u00fcr das n\u00e4chste Jahrestreffen zu ihnen in die Schweiz einluden.<\/p>\n<p>So machten wir uns <strong>2011<\/strong> auf den Weg nach Oberrieden an den Z\u00fcrichsee. Das Sch\u00f6ne an den unterschiedlichen Treffenstandorten ist das Neue, das es zu sehen und erleben gilt. Dieses Treffen bei den Eidgenossen zeichnete sich durch zwei Dinge ganz besonders aus: die sprichw\u00f6rtliche Schweizer Pr\u00e4zision mit der alles ablief, von der Organisation, der Verk\u00f6stigung bis zur Ausfahrt. Die atemberaubende Kulisse \u00fcber den Z\u00fcrichsee mit Blick in die schneebedeckten Berge, das bleibt unvergesslich.<\/p>\n<p><strong>2012<\/strong> wurde wieder ein Ziel in schon bekannte und beliebte Gefilde angesteuert. Nach 10 Jahren durften wir noch einmal bei Klaus B\u00e4cher in Helmbrechts zu Gast sein. Sein Gasthaus war zur Ausstellungshalle umfunktioniert. Klaus pr\u00e4sentierte einen Teil seiner Sammlung an zeitgen\u00f6ssischen Victoria-Originalfotografien, die er in den letzten Jahren akribisch zusammengetragen hat \u2013 es war mehr als beeindruckend.<\/p>\n<p>Jetzt sind wir am Ende unseres abrissartigen Ausfluges durch 24 Victoria-Treffen. Diese Treffen erlebt zu haben, ist die eigentliche Erfahrung, und diese ist unbeschreiblich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Victorianer gemeinsam unterwegs \u2013 kreuz und quer durch die BRD und in die Schweiz 24 mal Victoria-Treffen im Zeitraffer Manfred E. Sprenger Verdammt lang her \u2013 singt Wolfgang Niedecken, der Frontmann von BAP. Verdammt lang her, das erste Treffen. Um es gleich vorweg zu sagen: ich war nicht dabei. 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