Fotos aus dem Archiv vom KR 35 Pionier Typrefrenten Manfred Sprenger

von Manfred Sprenger

Victoria-Mitarbeiter Rudi Ebert auf „Einfahrtour“ im Jahr 1939, mit einer frühen Pionier (Foto oben) an der ein besonderer Kennzeichenhalter mit Rücklicht montiert ist. An der Pionier ist eine hochgelegte Auspuffanlage montiert, die auf Wunsch ab Werk geordert werden konnte. Das SS (Super Sport) Modell war im Verkaufsprospekt mit dieser Auspuffanlage abgebildet und damit wurde die Legende geboren, dass alle Pioniere die mit einer hochgelegten Auspuffanblage ausgerüstet sind automatisch ein SS-Modell sind. Leider ist das nicht zutreffend. Auch das Standardmodell SN konnte ab Werk mit dieser Auspuffanlage bestellt werden, es ist also nur ein optisches „Schmankerl“. Ob es tatsächlich ein SS-Modell ist kann man nur an den Motorteilen Kolben, Nockenwelle und Zylinderkopf erkennen, also nicht an Hand von Äußerlichkeiten. Auch ein sogenannter Rennbügel statt der standardmäßigen Gepäckbrücke konnte als Zubehör bestellt werden. Ein Soziussitz kostete 25 Reichsmark Aufpreis.

Rudi Ebert berichtete, dass alle Victorias bevor sie ausgeliefert wurden von  „Einfahrern“ auf Herz und Nieren auf einer Strecke von ca. 15 Kilometern getestet wurden. Eventuelle zu beseitigende Mängel wurden dann direkt in der Werksreparaturabteilung behoben.

 

Das Foto unten zeigt Rudi Ebert mit einer WH (Wehrmacht Heer)-Pionier an der Ausfallstraße von Nürnberg nach Behringersdorf, diese Strecke wurde von den Victoria-Einfahrern stark frequentiert. Beide Motorräder haben das gleiche rote Kennzeichen IIN-020. Rudi Ebert wurde später zur Wehrmacht eingezogen und dort als Fahrlehrer ausgebildet, bevor er an verschiedenen Fronten eingesetzt wurde. Nach dem Krieg begann er wieder seine Tätigkeit bei Victoria, wurde Werksfahrer in der Wettbewerbsabteilung. Das war die hausinterne Bezeichnung für die Rennabteilung.

Da Victoria nach dem Krieg keine Straßenrennen bestritt, wurde nie der Begriff Rennabteilung benutzt. Rudi Ebert war sehr erfolgreich mit KR 25 HM- und Bergmeister-Gespannen im Gelände unterwegs. Aber das ist eine andere Geschichte, über die wir noch berichten werden.

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